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Prosa
(1996, Norcd NORCD9616)
Der karge, hypnotische Rhyhmus in Jon Fosses Prosa verlangt nach einer ebenso trockenen und kalten, entschnörkelten Musik. Seglem und, als immer gern gehörte Gäste, Arve Henriksen, Terje Isungset, Håkon Høgemo mit elektrischer Hardanger-Fele und Reider Skår als Elektroniker gelingt genau das: Sie stellen Fosses stockender, kalkuliert die Silben wiegender Stimme ein simples wie verzwicktes Sound-Universum zur Seite, ebenso nervös und manisch, wirr und gnadenlos, bodenlos einfach wie Fosses verlorene Gestalten. Das wird manchmal durchaus ungemütlich; ein Gefühl, das man von Fosse-Texten nur zu gut kennt: die Unruhe, die die endlosen Phrasen, Wiederholungen, kreisenden Gedanken der Figuren auslösen.
Es hilft natürlich, die norwegischen Texte zu verstehen, die voll versteckter Liebe, Wahnsinn, Wut und Verzweiflung sind, trotz aller sprachlichen Sprödigkeit. Aber auch so zwingt die gelungene Verbrüderung von Text und Klang zum Lauschen. Viel mehr noch als beim »Lyrik«-Projekt von Fosse/Seglem. Die Prosa-Symbiose ist einfach perfekt. (sep)
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