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Alle Rezensionen zu Humcrush
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Rest At Worlds End
(2008, Rune Grammofon/Cargo RCD2081)

Es ist das dritte Album des formidablen Duos Humcrush mit Ståle Storløkken an den Tasten und Thomas Strønen an Drums und Knöpfchen. Die beiden haben längst einen Sound entwickelt, den man nach Sekunden erkennt: technoid, hoch präzise, verschroben. Und jetzt hat der Klang dazu noch eine Wärme entwickelt, die neu ist.

Immer noch zischen und klicken, rumpeln und treiben die Drums, bei denen analoge und elektronische Ebene derart verwoben sind, dass man sie nicht trennen kann. Immer noch spricht Strønen eine Rhythmussprache, die ebenso Melodie ist, aufgebaut aus allerlei »sounding devices«. Und immer noch klingen Storløkkens Synthesizer wie eine klingende Ausstellung zur Geschichte elektronischer Musik: erdig, nach alten SciFi-Filmen, nach Pioniergeist.

Neu ist, dass sich nun in die Insektenmusik eine Sehnsucht schleicht, die entfernt nach dem groflen, strahlenden Pathos der Supersilent-Improvisationen klingt – aufgestäubt in Partikel zwar, aber nichts desto trotz da. Diese großen Bögen überspannen all das kleine, so beängstigend präzise Gefrickel – und machen das bisher beste Humcrush-Album zu einem Stück Musik, die manchmal einfach nur schön ist. (sep)



Siehe auch:
Thomas Strønen & Ståle Storløkken
Thomas Strønen

 Humcrush: Rest At Worlds End

Offizielle Website

Offizielle Website      www.thomasstronen.com

   

Hornswoggle
(2006, Rune Grammofon/Cargo RCD2055)

»HUMCRUSH« war der Titel des Debüt-Albums und ist nun der Name des Duos Ståle Storløkken (Keyboard) und Thomas Strønen (Drums und Live Elektronik). Auch der Titel ihrer zweiten, deutlich elektronischer geprägten CD wirft wieder einigermaßen Rätsel auf. »Woggle« ist das englische Wort für »Halstuchknoten«, »Horn« irgendetwas zwischen »Geweih«, »Signalhupe« und »Trichterlautsprecher«. Ähnlich verschroben klingt die Musik, angereichert mit rhythmisierten Digital-Schnipseln, die ähnlich wie bei Autechre in hoher Dichte herumschwirren.

Der Titelsong fetzt gehörig los, doch ansonsten ist das Album feinnerviger und weniger rau und wild als das Debut. Dafür gibt es eine zart geräuschhafte Ballade namens »Roo«, aber auch ein Stück wie »Grok«, das sich scheinbar noch in einem chaotischen Urzustand befindet: Haltlos tickern und klackern digitale Partikel und Steeldrums durcheinander, ohne sich zu einer Struktur zu ballen. Ein bisschen mehr von der rohen Energie des Debuts hätte »Hornswoggle« ruhig haben können. Doch auch so bewegt sich das Album mühelos auf dem hohen Rune Grammofon-Niveau. (sep)



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