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Alle Rezensionen zu Tingvall Trio
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Skagerrak
(2006, Skip Records/Soulfood SKP 9057-2)

Eine bunte Truppe hat sich da gefunden: Der schwedische Pianist Martin Tingvall lernte sein Handwerk von Bobo Stenson und nennt Miles Davis wie AC/DC als Vorbilder; Jürgen Spiegel saß als Rockdrummer bereits auf Festivalbühnen wie »Rock am Ring« oder »Hurricane Festival«. Zusammen mit Bassist Omar Rodriguez Calvo, der u.a. mit Ramon Valle und Roy Hargrove musizierte, fabrizieren sie einen melodischen, fast popmusikalisch leichten Trio-Sound, der durch seine Reduktion und Leichtigkeit des öfteren an Esbjörn Svensson Trio erinnert – ohne ganz an deren Finesse heranzureichen.

Dennoch gelingt dem Tingvall Trio dank der vollmundigen Melodien das Kunststück, gleichzeitig verwöhnte Jazz-Gourmets zu bedienen und Jazz-Hasser nicht zu verschrecken. »Skandinavischer Jazz mit kubanischen Anklängen und einer leichten Rock'n'Roll Attitüde«, so beschreibt der Chef die eingängige Mischung selbst. Akzeptiert. Und das Ganze auch noch fein und differenziert aufgenommen vom isländischen Engineer Hrolfur Vagnsson. (peb)



Siehe auch:
Bobo Stenson
e.s.t. (Esbjörn Svensson Trio)

 Tingvall Trio: Skagerrak

Offizielle Website

Offizielle Website      www.tingvall-trio.de

   

Vägen
(2011, Skip Records SKP9107-2)

Wirklich was Neues gibt's nicht bei Tingvall. Das ist sicher kein Grund zur Klage: Konstant hohes Niveau, gewohnt selbstbewusster Fokus auf das klassische akustische Trio aus Piano, Kontrabass und Schlagzeug - und die eine oder andere Komposition geht so flott ins Ohr, dass man glaubt, man höre Standards. Wenn der Eindruck entsteht, die Musik klinge so »skandinavisch«, dann liege das wohl daran, sagt Martin Tingvall, dass er die Lieder komponiert. Doch die gemeinsame Arbeit sowie das Reisen als Band sind Einfluss und Thema der vierten Trio-Platte »VÄGEN« (»Der Weg«), und das scheint am deutlichsten durch bei den mitreißenden, schnellen Stücken wie »Sevilla« (mit Flamenco-Einschlag) oder »Tuc-Tuc Man«.

Der schwedische Pianist pflegt dabei die Eingängigkeit prägnanter, pop- oder rockverwandter Melodien, und wahrscheinlich trägt er sie eine ganze Zeitlang mit sich herum, probiert sie immer wieder alleine und mit seinen kraftvollen Mitmusikern aus, bevor es gemeinsam ins Studio geht. Mit Esbjörn Svensson und seinem E.S.T. wird das Tingvall Trio auch diesmal keiner verwechseln. Das läuft von ganz alleine so weiter. (ijb)

   

Norr
(2008, Skip Records/Contraire SKP 9077-2)

Der Norden bleibt bleibt anscheinend Inspirationsquelle für das schwedisch/deutsch/kubanische Trio mit Sitz in Hamburg. Der Titeltrack ist eine episch ausufernde Landschaftsbeschreibung; Songs wie das ausgelassene »Trolldans« oder das schwerelose »Utsikt« zeigen, wo Pianist und Komponist Martin Tingvall mit dem Herzen zuhause ist.

Wie schon auf dem Debüt gelingt dem Trio eine perfekte Mischung aus melodiösen Jazz-Balladen und furiosen Improvisationen, die einmal mehr an Tingvalls Landsmann Esbjörn Svensson erinnern. An dessen technische Brillanz und Ideenreichtum reicht Martin Tingvall noch immer nicht heran, doch kompositorisch ist er ihm wenigstens ebenbürtig. Auch seine Begleiter agieren mindestens so ausgefuchst wie die Kollegen bei Svensson; das Zusammenspiel im Trio wirkt sicher und ausgereift. Und live hat das Ganze Zunder, wie ihr Auftritt bei der »Skip Labelnight« 2008 bewies. (peb)



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