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M.A. Numminen singt Heinrich Heine
(2006, Trikont US 357)
»Die Zeiten sind vorüber, steif sind alle Glieder, bis auf eins.« Das ist Heine? Wenn M.A. Numminen Heinrich Heine vertont, passiert entschieden mehr als nur eine gut gemeinte Reproduktion von Liedern des großen Dichters, garniert mit harmloser Klavierbegleitmusik. Numminen folgt Heine, zerlegt Heine, dichtet ihn nach – und neu.
Auch musikalisch folgt die Produktion dem Projekt der Moderne, Klassisches nicht zu konservieren, sondern es freizügig als Material zu nutzen – respektfrei, aber nicht respektlos. Und so zerwimmern die Geigen lustig Walzerzitate, das Vibraphon klöppelt herzhaft, es finden sich überall kleine maschinell gefertigte Tonperlen; nicht zu vergessen Numminens eckig-präzise Sprechstimme. Ein wunderbares Geschenk für den Oberstudienrat von einst, der da summen darf: »Das ist die Hegelsche Philosophie, das ist der Bücher tiefster Sinn, ich hab sie begriffen, weil ich gescheit, und weil ich ein guter Trambour bin.« (frk)
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