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Alle Rezensionen zu Jazkamer
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Metal Music Machine
(2006, Smalltown Superjazzz/Rough Trade STSJ118CD)

Was das Weglassen von zwei Buchstaben alles ausmachen kann! Denn aus Jazzkammer wurde Jazkamer und damit alles noch wilder, rauer, ungestümer, irrer und – hoppla! – noisiger! Also die Anlage hochgedreht und warten, bis die Polizei kommt. Und die wird fassungslos sein, wenn sie hört, was die diesmal sechsköpfige Band um die Elektro-Archaiker Lasse Marhaug und John Hegre an Gitarrenloops, Schlagzeuggewitter und sangesähnlichem Gebrülle durch den Soundmixer jagt und klein schreddert.

Natürlich macht Jazkamer keinen irgendwie klassischen Metal. Keinen porentief reinen Rockmetal für kaufmännische Angestellte nach Feierabend, keinen Jazzmetal für hyperindividualistische Jazzfreunde, keinen Darkmetal für Verwirrte mit dem Odinhammer oder was es sonst an Spielarten gibt. Am ehesten noch würde sich das Etikett Artmetal andienen. Warum man das (dennoch) hören sollte? Weil kaum ein anderes Musikprojekt so beharrlich mit den Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten des Pophörens bricht. Das ist durchaus unangenehm bis schmerzhaft, führt aber zielsicher zu der Erkenntnis: Am Anfang war der Krach, ohne den die Welt wüst und leer wäre. (frk)



Siehe auch:
Jazzkammer
Lasse Marhaug
John Hegre
Stian Skagen

 Jazkamer: Metal Music Machine

Offizielle Website

Offizielle Website      www.jazzkammer.com

   

Balls The Size Of Texas, Liver The Size Of Brazil
(2007, Egoland/Purplesoil Pulse zero: four)

Jazkamers Veröffentlichungen sind mit »divers« angemessen beschrieben, diese allerdings ganz besonders. Lasse Marhaug und John Hegre sind die Krachmacher-Köpfe hinter dem Bandnamen, der an eine Swing-Combo denken lässt – womit man falscher nicht liegen könnte. Brachialer Noise, auf dieser Platte nur in einem Track erfrischend wuchtig vertreten, ist ihr Markenzeichen.

Die anderen Teile der CD passen hinten und vorn nicht zusammen: rätselhafte, überlange Schallplatten-O-Töne mit medizinischem Fachchinesisch; verhallte, melancholisch harmonische Gitarren-Feedbacks; quietschende Loops und leere Klangräume. Das Ganze ist verpackt in verrätselte Track-Namen wie »Tentacles Of Broken Teeth« (klingt fies, ist aber der schönste Track des Albums). Die Stücke bleiben fremde Inseln, jede für sich und ohne Kontakt. Das hat zwar einen Reiz – ist aber zu wenig für ein konsistentes Album. (sep)



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