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Katso Maisemaa
(2005, Next Best Thing Recordings NEXTCD0022)
Das zischt so künstlich wie Prickel Pit auf der Zunge, das kommt quietschbonbonrosa daher, das ist so plastikverliebt wie ein 70er-Jahre-Jugendzimmer – und die Sound-Regie über diese Geisterbahnfahrt für Kitschfeinde führt eine wildgewordene Spielekonsole. Klingt beim ersten Hören nach Süßkram-Überdosis, was das Quartett aus Tampere auf seinem Debütalbum »KATSO MAISEMAA« in den Ring wirft: schön auf der Retrowelle balancieren und sich vom Elektropop der frühen 80er Jahre und Dandys wie Visage inspieren lassen.
Humorlose und verbiesterte Hörer werden entsetzt das Weite suchen. Die verpassen aber etwas. Denn ist der erste Zuckerschock überwunden, entdeckt man witzige Schlenker, ironische Spielereien, eine unbestreitbare Leichtigkeit und den Charme von Iisa Pajulas scheinbar harmloser Kleinmädchenstimme. Man merkt dann, dass die Songs nicht dumpfbackig blubbern, sondern intelligent aufgebaut und sehr tanzbar sind. Und kommt zu dem Schluss, dass die französische Pop-Diseuse France Gall und die finnischen Elektrotüftler von Desert Planet bestens als Paten für dieses Album taugen. (emv)
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