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Bondage Fairies
(2012, Audiolith/Broken Silence)
Eines der bestgehüteten Geheimnisse von männlichen Mitzwanzigern ist es, das sie am liebsten den ganzen Tag mit dem Gameboy auf dem Sofa liegen würden. Oder in albernen Plastik-Horrorverkleidungen durch die Stadt rennen und grunddämliche Rollenspiele aufführen täten. Die Bondage Fairies treten auf ihrem bereits dritten, selbst betilten Album mit stolz vorgereckter Brust an und sagen: Wir stehen dazu! Das Quartett lässt auf seinem beim Hamburger Elektronik-Label Audiolith erscheinenden Longplayer die Bits und Bytes Punkpolka tanzen, bis uns schwindelig wird. Die quietschbunte Anarcho-Truppe um Sänger Elvis Creep spielt trashige Poptanzmusik mit hohem Spaßfaktor. Wenn dieser hochartifizielleMischung aus pastellfarbigen 80er-Synthies und emsig blubbernden Drumcomputern eine Süßigkeit am Kiosk wäre, dann würde es giftgrüne Waldmeisterbrause sein. Zischschh! Whoooom! Bääääng! Booom!
Das Quartett hält mit Songs wie »1:0« die gute alte Punktradition hoch und lässt auch echte Gitarren scheppern. Ist ungehemmt kindisch, schamlos kitschig und ist so unverfroren discokugelverliebt, dass selbst MGMT neidisch werden könnten.Bondage Fairies haben die ganze Zeit über ein diabolisches Glitzern in den Augen und machen durch böse Texte unterschwellig klar, dass diese respektlose Dancefloor-Seifenoper jederzeit zum Splatter-Movie kippen könnte. Na und, dann tanzen wir mit tellergroßen Mangafiguren-Augen so lange, bis wir auf klebrigem Kunstblut ausrutschen. Oder bis die Klone die Party übernehmen. Gehört zum Rollenspiel, wissen wir doch! (emv)
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