|
Puuhastellen
(2006, m-dulor mod06)
Diese Platte hat sich von einem fernen Planeten auf die Erde verirrt, auf dem Folk-Songwriter, Chansonniers, Pop-Ästheten und Romantiker den ganzen Tag Händchen halten. Dass hier kleine Abenteuer und flüchtige Gefühle mit einem Lächeln festgehalten werden, ist auch ohne jegliche Finnischkenntnisse zu verstehen. Matti Johannes Koivu, Sänger von Ultramariini, bringt auf seinem Solodebüt etwas ganz Wunderbares fertig: ein ganz und gar zärtliches Album zu schaffen. Das auch ein kleines bisschen traurig ist, und dem man gerade deshalb um so lieber zuhört.
Diese Platte wächst mit jedem Hören – und mit der Erkenntnis, dass Zurückhaltung eine Tugend ist. Dass kleine, aber passende Arrangements wesentlich effektiver wirken als überladenes Muskelprotz-Gehabe. Mit dem Erstaunen darüber, dass Koivu mit seiner Gitarre und seinem Talent zum Geschichten erzählen im Geist ein Verwandter der neuen Größen des französischen Chansons wie Benjamin Biolay oder Carla Bruni ist – und dabei seine Wurzeln im Pop nicht verleugnet, was der Sache geradezu eine Pariser Leichtigkeit verleiht. Einfach nur schön. (emv)
|