|
Language Of The Lost
(2010, Rookie Records/Cargo RR085)
Schnitzel mit Pommes ist ein Standardgericht, das die Speisekarte jeder Dorfkneipe adelt. Wenn nicht, würde etwas fehlen. So ähnlich verhält es sich mit I Walk The Line. Das Quintett aus Helsinki hält auf seiner vierten Veröffentlichung »LANGUAGE OF THE LOST« die Tugenden des guten alten Punkrock hoch: gradinig, rotzig, aufmüpfig, kurz gebraten. Ist offen genug, sanfteren Popeinflüssen mit dick aufgetragenem Keyboardeinsätzen nicht dogmatisch den Stinkefinger zu weisen. Von wegen wir sind nicht sensibel!
Gerade mit dem Song »Kill Your Friends« beweisen die rauhbeinigen Finnen, dass sie wehleidigkeitsfern eine burschikose Melancholie pflegen können. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass sich I Walk The Line nach all den Jahren adrenalingetriebenen Abrockens kaum einen Zentimeter von ihren Anfängen entfernt haben. Ein bisschen härterer 80ies-Wave kommt dazu, ab und zu. Ansonsten bleiben sie beim Bewährten. Schnitzel mit Pommes eben. Immer wieder gut, aber so überraschungsfrei wie die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten. (emv)
|