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Alle Rezensionen zu Nils Landgren Funk Unit
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Licence To Funk
(2007, ACT/Contraire 9455-2)

Der Einstieg ist das Beste: Ein tolles Wah-Riff stampft aus den Saiten des legendären Gitarristen Ray Parker Jr.; dann schieben Wolfgang Haffner an den Drums und Magnum Coltrane Price am Bass den Fred Wesley-Klassiker »House Party« gut an. Komplettiert wird die Truppe von Keyboarderin Ida Sand und Flöstist/Saxofonist Magnus Lindgren: Landgren hat eine verdammt heiße Band, die weiß, wie Funk zu klingen hat: verschwitzt, pumpend und niemals im Groove nachlassend – auch, wenn ein Song Stunden dauern sollte.

Weitere feine Tracks (auffällig, dass die meisten aus fremder Feder stammen): der gemeinsam mit Ashford & Simpson geschriebene Quincy Jones-Song »Stuff Like That«, das knackige »Brazos River Breakdown« von Wilton Felder oder Ida Sands souliges »Secret« – die Lady kann zweifellos singen! Das Problem der Nils Landgren Funk Unit sind abermals die Balladen. Und Landgrens recht konturloser Gesang. Schon komisch, denn er hat doch einen Haufen toller Sänger in der Band, die ihn diesbezüglich alle locker überrunden ... (peb)



Siehe auch:
Nils Landgren & Esbjörn Svensson
Esbjörn Svensson Trio
Nils Landgren & Joe Sample
Ida Sand


Zum Artikel über Nils Landgren

Nils Landgren: Licence To Funk

Offizielle Website

Offizielle Website      www.nilslandgren.com

   

Funk For Life
(2009, ACT/Contraire 9500-2)

Der Untertitel »In support of Medecins Sans Frontieres« verrät, worum es geht: 1 Euro jeder CD fließt der Organisation »Ärzte ohne Grenzen« zu, und zwar einem großen Flüchtlingslager im Slum Kibera / Nairobi, wo eine Million Menschen auf 2,8 Quadratkilometern leben. Nils Landgren reiste mit seiner Band nach Kibera und überreichte Instrumente an drei Schulen. Aufgenommen hat der schwedische Posaunist seinen neuen Funkstreich jedoch in den Berliner Hansa Studios, mit seiner wie immer hervorragend eingespielten und sehr »tight« agierenden Band.

Trotz (oder wegen?) der Routine fehlt manchen Songs etwas Feuer – gerade so, als ob die Funk Unit zu stark auf Disziplin geachtet hätte statt auf Leidenschaft. Oder war der Zeitpunkt ungünstig? Eine Woche lang morgens im Studio, abends dann live auf der Bühne stehen – das kann Spuren hinterlassen. Die Funk Unit jedenfalls haben wir schon frischer und »heißer« erlebt. (peb)

   

Funky Abba
(2004, ACT/Contraire 9430-2)

Bei Anderssons klingelt das Telefon: »Hej, Benny. Hier Nils Landgren am Apparat, ich hab' vor 25 Jahren bei Eurem Song »Voulez-Vous« die Posaune gespielt. Jetzt würde ich gern die ABBA-Songs im Funk-Stil covern.«

Und so taucht der Funk-Posaunist also ABBA-Klassiker wie »Money, Money, Money«, »Super Trouper« oder »Take A Chance On Me« in eine tiefschwarze Melange aus Soul, Motown und HipHop. Prominente Gäste: Viktoria Tolstoy am Mikro und Mr. Andersson höchstselbst am Klavier, zuständig für Balladenschmelz. Trotz spieltechnischer Raffinesse und knackigem Funk-Sound erblühen die Hits jedoch nicht in voller Pracht, und der Reiz des Neuen verbraucht sich rasch. (peb)



Siehe auch:
ABBA
Viktoria Tolstoy
Lars Danielsson

   

Fonk Da World
(2001, ACT/Contraire 9299-2)

Mindestens zwei Seelen schlagen – ach – in seiner Brust. Eine davon ist die eines stillen Balladen-Melancholikers und wird auf der Jazz-Seite näher vorgestellt; eine andere ist die des hitzigen Funk-Anheizers. Wenn der schwedische Posaunist Nils Landgren mit seiner Funk Unit loslegt, dampfen die Bühnenbretter, und Soul-Götter wie Maceo Parker oder James Brown beginnen sich zu fürchten.

Neben eigenen Knallern wie »Mo Stuff« oder »Fonk Da World« inszeniert Landgren auch den Doors-Hit »Riders On The Storm« oder Herbie Hancocks »Rock It« als schwer stampfende Funk-Monumente. Normalerweise lädt Landgren das Studio voller VIPs; hier wäre jedoch »nur« der hochgelobte Pianist Esbjörn Svensson zu nennen, mit dem Landgren bereits wunderschöne Duo-Alben mit schwedischer Volksliedern einspielte. Doch das ist eben eine seiner anderen Seelen. (peb)

   

5000 Miles
(1999)

Nun gelang es Landgren, auch im Studio ein infernalisches Funk-Feuer zu entfachen. Mit hochkarätigen Bläser-Gästen wie Tim Hagans, Roy Hargrove, Till Brönner und Wesley überzeugt er mit P-funkigen Soul ebenso wie in der wundervoll grazilen Ballade »Roxane« mit Sängerin Viktoria Tolstoy. Skurril: Seine Version von Björks »Venus As A Boy«, gewürzt mit der Exotik einer chinesischen Flöte. (peb)

   

Live In Montreaux
(1998)

Die in Montreaux mitgeschnittenen Live-Versionen zünden besser als das Album »PAINT IT BLUE«. Landgrens Funk Unit scheint auf der Bühne einfach eine ganz besondere Dynamik zu entwickeln! Besonders witzig präsentiert sich das mit Rock-Zitaten »verunstaltete« Volkslied »Ack wärmland du sköna«. (peb)

   

Paint It Blue
(1996)

Auch im Studio verliert Landgrens Funk Unit nichts von ihrer Hitzigkeit: Auf dieser seinem Vorbild »Cannonball« Adderley gewidmeten Aufnahme versammelt der Posaunist internationale Talente wie die Brecker Borthers, Esbjörn Svensson oder Till Brönner. Wah-Gitarren, angezerrtes Rhodes-Piano und druckvolles Horn-Getöse grooven in trauter Harmonie. (peb)

   

Live In Stockholm
(1995)

Den internationalen Durchbruch erzielte Landgren mit seiner Funk Unit: Der 1994 aufgezeichnete Live-Mitschnitt präsentiert den Mann mit der roten Posaune als hitzigen Funk-Leader, der - unterstützt von Saxer-Legende Maceo Parker - eigene Songs ebenso zum »Glühen« bringt wie Titel von Coltrane und Miles Davis. (peb)

   

The First Unit
(1992)

Dieses original in Schweden 1992 veröffentlichte Album kam erst 2001 auch bei uns auf den Markt. Funk-Fans finden hier saftig groovende Früh-Fassungen von live gern gespielten Landgren-Hits wie »Traci« oder »Simple Life«. Mit beteiligt waren Star-Keyboarder Michael Ruff oder Mix-Legende Bruce Swedien. (peb)



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