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Alle Rezensionen zu Christian Kjellvander
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Faya
(2005, Startracks/Rough Trade STAR 132100-2)

Natürlich haben wir noch den wüstenstaubigen Vorgänger »SONGS FROM A TWO-ROOM CHAPEL« im Ohr, der an allseits bekannte Americana-Heroen anknüpfte. Danach ging Kjellvander erstmal zurück in die USA – wo er bereits früher lebte – und schrieb dort die Songs für den Nachfolger. Er hat es wohl ruhig angehen lassen, denn das in einer alten Schule in Skåne aufgenommene »FAYA« fiel insgesamt ruhiger, introvertierter, tragischer aus.

Es gibt: wimmernde Pedal Steel-Gitarren, gebrochene Stimmen, versunkene Chöre, so liebestrunken wie einsam jaulende Coyoten – ganz große Gefühle eben. Musik, die mit jedem Hören wächst. Ach ja – jede Menge Leute waren auch beteiligt, so etwa Firesides Per Nordmark, Nina Persson, Tias Carlson oder als Mann am Mischpult Craig Schumacher (Giant Sand, Calexico). Eine Platte zum Schwelgen. (peb)



Siehe auch:
Loosegoats
Fireside
The Cardigans
Tias Carlson

Christian Kjellvander: Faya

Offizielle Website

Offizielle Website      www.christiankjellvander.com

   

The Rough And Rynge
(2011, Startracks/Indigo 952652)

Ein Schritt zurück ist auf zielführender als zwei nach vorn zu machen. Christian Kjellvander, der ja immer schon klang, als sei er sein ganzes Leben auf staubigen Straßen Amerikas unterwegs gewesen und den man daher eher auf einer Farm zu Hause vermutet als in einem Stadt-Loft, zog sich zum Songschreiben ins ländliche Exil zurück. Auch die Aufnahmen – in fünf Tagen gemeinsam mit der Band eingespielt – hielt er bewusst reduziert, karg, »low-down«.

Sein ganzes Album »THE ROUGH AND RYNGE« fiel dementsprechend unaufgeregt aus, und wie so oft fasziniert es wohl gerade deswegen. Christian Kjellvanders in jeglicher Hinsicht reduzierte Folkrock-Songs, sein sehnsüchtiger, klagender Gesang, und die entspannt agierende Band – all dies wirkt schlüssig wie zu seinen besten Zeiten. (peb)

   

I Saw Her Frome Here / I Saw Here Frome Her
(2007, V2/Rough Trade 150-1182)

Ächzende Beziehungsgebaren und Liebesschwüre, die den Bann der Melancholie nicht brechen können. Nicht nur das Cover malt schwarz, auch die Musik trägt Trauerflor. Die Hoffnung flackert mit fahlem Schein und ersprießt in Hymnen wie dem reviermarkierenden Opener »Poppies And Peonies«. Der Rest ist durchweg countryhafter Färbung, dem der Wüstensand des amerikanischen Südens zwischen den Notenschlüsseln steckt.

Reduzierte Dittes wie »Somewhere Else« atmen eine scheue Atmosphäre und lassen aufhorchen. Und gerade wenn die Ödnis Überhand gewinnen will, entdeckt der Schwede doch noch den raubeinigeren Rock. Ein Album mit exzellenten Einzelsongs, aber auch kahlen Landstrichen. Er kann es noch feinsinniger und berührender. (maw)

   

Introducing The Past
(2004, V2/Zomba 707.2442.2)

Seine Musikerlaufbahn begann lange vor seinem Solodebüt 2003. Christian Kjellvander veröffentlichte mit seiner alten Band, den Loosegoats, in vier Jahren fünf Alben, und erfolgreich waren sie alle. Damit auch der deutsche Fan einen Einblick in das gesamte Schaffen des Halbamerikaners bekommt, gibt es nun ein limitiertes Doppelalbum.

Liveaufnahmen, B-Seiten und ältere Werke, die Kjellvander im Heimatland längst einen Ruf als ausgezeichneten Musiker eingebracht haben, zeigen sein Repertoire, das vom Rock bis zum gewohnt gutem Songwriting reicht. Kurz: eine großartige Songsammlung in großartiger Aufmachung, die das Warten auf ein neues Album verkürzt. Definitiv nicht nur für Fans. (lic)

   

Songs From A Two-Room-Chapel
(2002, V2/Zomba)

Was für ein CD-Titel, was für Musik! Normalerweise musiziert der in Schweden geborene, in den USA aufgewachsene und nun wieder in seine Heimat zurückgekehrte Kjellvander mit seiner Band Loosegoats. Auf seinem Solo-Debüt leistet er sich weit dichtere Arrangements, fügt Streicher, Bläser, Spinett oder Pedal Steel-Gitarre hinzu und erinnert trotz aller Opulenz an New Country-Heroen wie Ryan Adams, Wilco oder seinen Landsmann Kristofer Aström.

Man mag lange darüber diskutieren, ob nun die umgebende Landschaft die eigene Musik beeinflusst. Fakt ist: Kjellvander liefert ergreifenden »Northern Blues« ebenso wie ruppigen Americana-Folkrock, geprägt von seiner kehligen Cowboy-Stimme. Ob nun Tundra oder Prärie – was zählt, ist die musikalische Qualität, und die ist über jeden Zweifel erhaben. (peb)



Siehe auch:
Kristofer Åström



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