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Robyn
(2007, Konichiwa Records KOR-006)
Mit dem 2003 erschienenen Album »Deep Cuts« von The Knife hörte Robyn das erste Mal jene ehrliche, harte und doch eingängige Musik, die sie sich unter futuristischem Pop vorstellte. Und zum ersten Mal nahm sie ihre Geschicke selbst in die Hand und produzierte sich selbst auf eigenen Label. Herausgekommen ist eine Mischung aus überakzentuiert zuckenden Bässen, die Erdbeben gleichen, und Melodien wie Sahnecrémetorten. Ein Amalgam aus Dance und Pop.
Es ist Musik für den Augenblick, der so effektiv funktioniert, wie ein schlichter Doppelpass. In der Selbstbezüglichkeit des Pop im Schwingungsfeld von Madonna, Missy Elliott und The Knife angesiedelt und nie weit entfernt vom einstigen Sklaven-Schaffen als R'n'B-Blondine auf einem Major-Label mit Britney Spears-Produzent. Das Naiv-Kandierte, der Plüsch-Kitsch und die chrompolierte Oberfläche wird jedoch oft von der Wildheit der Tieftöner und dem Trash der Lyrics gebrochen, um pauschal jegliche Fragen zur Glaubwürdigkeit, zum Image oder Mythos und geschürten Ängsten vor verwerflichem Massensound zur Unbeantwortbarkeit zu stilisieren. »You're a selfish narcissistic psycho freaking boot-licking Nazi creep« singt sie in »Handle Me« und beweist eben ihren eigenen Kopf. Ob in den Indie-Clubs oder Charts spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Die Single »Konichiwa Bitches« seufzt jedenfalls mit sensationell kokettierendem Gebimmel, und »Cobrastye« – basierend auf einem Song der Teddybears Sthlm – programmiert das Arschwackelzentrum auf Dauerschwung. Robyn erlebt ihre Pop-Pubertät. Und wir dürfen mitmachen. (maw)
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