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Alle Rezensionen zu Christian Wallumrød Ensemble
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

A Year From Easter
(2005, ECM/Universal 982.413.2)

Gut Ding will Weile haben: Dies gilt nicht nur für das Ensemble, das laut Wallumrød aufgrund einiger Konzerte endlich wie ein solches klingt, sondern auch für die Kompositionen. Sehr bedächtig, behutsam baut der Pianist seine Stücke auf; Linien werden wiederholt, leicht verändert, miteinander verwoben. Da steht ein wenig John Cage Pate, wie auch schon der CD-Titel verrät.

Bemerkenswert ist auch das Zusammenspiel von Arve Henriksen (tp) und Nils Økland an Violine und Hardanger Fiddle; ebenso bemerkenswert, wie diese beiden Instrumente harmonieren. Dazu kommt der höchst eigenwillige Schlagzeuger Per Oddvar Johansen, inzwischen als einer der innovativsten Drummer häufig bei spannenden Projekten anzutreffen. Wallumrød gibt mit Piano und Harmonium die Richtung vor: Im Spannungsfeld zwischen Jazz (oder besser: Improvisation), zeitgenössischer Komposition und Minimal Music errichten die Musiker ein Klanggebäude, das viel Aufmerksamkeit vom Hörer verlangt, diesen aber dann auch entsprechend belohnt. (tjk)



Siehe auch:
Christian Wallumrød Trio
Arve Henriksen
Nils Økland
Susanna Wallumrød & Giovanna Pessi

Christian Wallumrød: A Year From Easter

   

Fabula Suite Lugano
(2009, ECM/Universal 2711269)

Nicht immer erschließt sich der Sinn der Stücke und Zwischenstücke auf Wallumrøds »FABULA SUITE«, die er mit seinem Ensemble in LUGANO aufnahm. Mit kompletter Besetzung entwirft er ein ganz eigenes Klanguniversum, das Barock, zeitgenössische Musik, Improvisation (nicht Jazz), imaginäre skandinavische Folklore und sogar fernöstliche Farben als Fixsterne trägt. Trompeter Eivind Lønning, Gjermund Larsen mit Violine, Viola und Hardanger-Fiedel, die Cellistin Tanja Orning und Giovanna Pessi an der Barockharfe tupfen, tasten, zirpen, streichen die Phantasien des Meisters zu Tönen, unterstützt von Schlagwerker Per Oddvar Johansen.

Allerdings werden diese teilweise längeren Stücke immer wieder durch Miniaturen unterbrochen, bei denen Wallumrød Klänge der einzelnen Instrumente, vor allem Piano und Harfe, aber auch »Drum« eine trügerische Stille durchdringen lässt. Dadurch steigt die Anzahl der Stücke auf 18 und die Spielzeit auf 65 Minuten, erlaubt sei jedoch die Frage: Was soll das? (tjk)

   

Sofienberg Variations
(2003, ECM/Universal 017.067-2)

Nach dem Trio das Ensemble. Und nicht nur der Sound ist voller geworden, sondern auch die Themen offensiver - nun unter Mithilfe von Nils Økland (Violine und Hardanger Fiedel), Arve Henriksen (Trompete) und Per Oddvar Johansen (Drums). Als Gast dabei ist nicht nur Trygve Seim am Tenorsaxophon, sondern mithin die ganze Garde der norwegischen Jazzmusik.

Zuweilen setzen die Musiker ihre individuellen Akzente auch gegeneinander durch, wenn auch weiterhin nicht die Stellen fehlen, in denen sich die Musik ins fast Unhörbare begibt. Hier ein Psalm, dort etwas Liturgisches. Hier eine filmische Sequenz, dann wieder dramatische Partitur. Und erneut muss man sich wundern, wie hell und dunkel zugleich Musik sein kann. (frk)



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