|
Lumia
(2005, 5051011-0375-2-8)
Der finnische Ausnahmepianist Lenni-Kalle Taipale beweist wieder, dass Spitzenjazz nicht nur etwas für eine kleine elitäre Minderheit ist. Seine eingängigen Stücke und Interpretationen von Klassikern aus allen möglichen Stilen begeistern auch Hörer, die sonst dem Jazz eher abgeneigt sind. Mit Drummer Toni Porthén und Ape Anttila an Kontra- und E-Bass, die beide auch Kompositionen beisteuern, harmoniert Taipale phantastisch; die atemberaubende Virtuosität der Drei wird aber nie Selbstzweck. Dennoch brennen sie geradezu vor Virtuosität, Spielfreude, Ideen und Witz und machen so dem Trio Töykeät mehr als nur Konkurrenz, das »traditionelle« Klaviertrio im Jazz zu entstauben und auf ein höheres Energie-Level zu heben.
Ähnlich wie die berühmteren Kollegen kennen auch sie keine Scheu vor stilistischen Übergriffen in Richtung funkige, rockige Rhythmen. Taipale wechselt sogar öfters aufs Fender Rhodes und lässt auch ein wenig Elektronik einfließen. Zudem singt auf der traumhaften Ballade »Saarni« Johanna Iivanainen mit, und bei »Salakka!« zeigt Pikku G., dass sich Taipale auch dem Rap nicht verschließt. Nicht mal vor The Rasmus macht er Halt: »Chill« wird unter seinen Händen richtig gut. Ein weiterer Höhepunkt ist Wayne Shorters »Footprints«. (tjk)
|