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Keyholder
(2003, Inside Out/SPV 085-65982)
Kaipa spielen nicht einfach Progressive Rock. Die beiden Masterminds Roine Stolt (bekannt durch seine Flower Kings) und Hans Lundin zelebrieren PROG in Großbuchstaben, in Cinemascope und Dolby Surround, in Kathedralengröße, in barocker Überfülle, in wagnerhaft-symphonischem Willen zu Genie und Wahnsinn. Entwerfen pathetische Kurz-Epen mit verdihaftem Mut zum tragischen Heldentum. Dominantere Keyboards wie die von Lundin haben wir seit Van Halens goldenen Tagen in den 80ern nicht mehr gehört. Für Prog klingt »KEYHOLDER« ziemlich Glamrock-inspiriert, mit viel Lust am theatralischen Auftritt.
Die »neuen« Kaipa, Anfang des neuen Jahrtausends nach großen Erfolgen in den 70ern wieder zusammengekommen, überwältigen, nein, besser: – erschlagen! – durch ein Übermaß an Gefühlen und Effekten, an einem Drang zum totalen Kunstwerk. Mit respektvollen Verbeugungen vor den frühen Genesis, Yes, King Crimson und – holla! – Queen zu ihren dandyhaften Glanzzeiten. Unmöglich, sich dieser Tour de Force zu entziehen. Größenwahn hat etwas Faszinierendes. Da bleibt der Mund der Hörerschaft erstaunt offen stehen. (emv)
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