Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Kaipa
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Keyholder
(2003, Inside Out/SPV 085-65982)

Kaipa spielen nicht einfach Progressive Rock. Die beiden Masterminds Roine Stolt (bekannt durch seine Flower Kings) und Hans Lundin zelebrieren PROG in Großbuchstaben, in Cinemascope und Dolby Surround, in Kathedralengröße, in barocker Überfülle, in wagnerhaft-symphonischem Willen zu Genie und Wahnsinn. Entwerfen pathetische Kurz-Epen mit verdihaftem Mut zum tragischen Heldentum. Dominantere Keyboards wie die von Lundin haben wir seit Van Halens goldenen Tagen in den 80ern nicht mehr gehört. Für Prog klingt »KEYHOLDER« ziemlich Glamrock-inspiriert, mit viel Lust am theatralischen Auftritt.

Die »neuen« Kaipa, Anfang des neuen Jahrtausends nach großen Erfolgen in den 70ern wieder zusammengekommen, überwältigen, nein, besser: – erschlagen! – durch ein Übermaß an Gefühlen und Effekten, an einem Drang zum totalen Kunstwerk. Mit respektvollen Verbeugungen vor den frühen Genesis, Yes, King Crimson und – holla! – Queen zu ihren dandyhaften Glanzzeiten. Unmöglich, sich dieser Tour de Force zu entziehen. Größenwahn hat etwas Faszinierendes. Da bleibt der Mund der Hörerschaft erstaunt offen stehen. (emv)



Siehe auch:
The Flower Kings
Ritual
Roine Stolt

 Kaipa: Keyholder

Offizielle Website

Offizielle Website      www.kaipa.info

   

In The Wake Of Evolution
(2010, Inside Out 505192)

Personell haben sich Kaipa nach mehr als 35 Jahren Bandgeschichte definitiv entwickelt: So ist auf dem vorliegenden 70-Minüter Kopf und Komponist Hans Lundin das einzig verbliebene Gründungsmitglied. Per Nilsson ersetzt auch auf »IN THE WAKE OF EVOLUTION« den Ex-Gitarristen Roine Stolt adäquat in den extralangen, von häufigen Melodie- und Rhythmikwechseln gekennzeichneten Liedern.

Achtmal verquirlen die kompetenten Musiker (Retro) Progrock und (angejazzten) Folk zu einem bunten Strudel fröhlicher Melodien mit liebevoll arrangierten Details. Flöte und Geige setzen Akzente; den Mikroposten teilen sich Patrik Lundström, Aleena und Hans Lundin, was zusätzliche Variationen ins Spiel bringt. Manchmal wirkt der Gesang allerdings beinahe kitschig, wie im schwülstigen Beginn des finalen »The Seven Oceans Of Our Mind«. Dennoch ist Album Numero zehn ein hörenswertes Werk über dem Durchschnitt. (nat)

   

Angling Feelings
(2007, Inside Out/SPV 79472)

Wer glaubt, dass eitle Gitarrensoli mit einem Übermaß an Testosteron gnädig in der Mottenkiste des Progressive Rock verschwunden sind, der irrt. Peinlicherer Anschauungsunterrricht, dass eine Band schafsblöd in den 70ern stehenbleiben kann, ist kaum möglich. Nach dem Ausstieg von »Flower King« Roine Stolt haben Kaipa – mit Per Nilsson von Scar Symmetry und Jonas Reingold von den Flower Kings – ihr Heil an den scheinbar sicheren Gestaden des symphonischen Folkrock gesucht. Das geht voll daneben.

Das Ergebnis ist so selbstgefällig pathetisch von vorgestern, dass es an die Schmerzgrenze geht. Aua. Sängerin Aleena Gibson klingt wie Minnie Mouse auf Helium. Autsch! Der Mensch ist lernfähig, glauben Optimisten. Wer »ANGLING FEELINGS» lauscht, wendet sich mit Grausen. Wenn wir immer nur den alten Göttern gehuldigt hätten, lebten wir noch in der Steinzeit. (emv)



Siehe auch:
Scar Symmetry

   

Solo
(1994, Musea FGBG 4128.AR)

Musiker können auch anders. Gerade den Progressive-Rockern wird nicht zu Unrecht ein Hang zu Songs mit Überlänge, pathetischen Ausbrüchen und zum Entwerfen oberschülerhaften Phantasiewelten unter Einfluss bewusstseinserweiternder Mittel nachgesagt. Doch Prog kann auch verträumt und filigran klingen und von zarten Einflüssen aus der Folk-Ecke profitieren – Kaipa zeigen auf dem wieder veröffentlichten Album »SOLO» von 1978, dass Genregrenzen dazu da sind, überschritten zu werden.

Von Einheitlichkeit keine Spur. Natürlich müssen Kaipa demonstrieren, dass sie ordentlich Gitarre spielen und Lärm machen können. Aber am überzeugendsten klingt das Album dann, wenn ganz bewusst Anregungen aus der schwedischen Folk-Tradition einfließen und eine schwebend-innige Stimmung entsteht. Als Bonus gibt es noch verschiedene Live-Tracks, die diese Zeitreise in die Siebziger noch authentischer machen. (emv)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche | Seite empfehlen

              


© 2000 - 2012, Design & Programmierung: Polarpixel