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Dís
(2005, 12 Tonar 12T04)
Manchmal klingen die Kompositionen von Jóhann Jóhannsson wie adrette Pausenmusiken aus dem Fernsehen, die völlig aus dem Ruder laufen. Getragen von solider Gefälligkeit addieren sich lockere Tonfolgen aneinander – um dann los zu galoppieren, dass einem die Kategorien aus den Händen gleiten. Pop? Ja, gewiss. Elektronische Cluster – auch, sicher. Akustische Hübschigkeiten, die fern von allem Kitsch das Herz berühren und einen wieder jung werden lassen, ohne all den Unsinn der Jugend nachmachen zu müssen – oh ja, oh ja, oh ja.
Dabei hoppelt die elektronische Trommel eindringlich vor einem auf und ab, manierliche E-Pop-Töne schmeicheln das Ohr, und insgesamt ist alles so lupenrein garniert, dass auch eine krachige E-Gitarre einen Gastauftritt erhält. Und alsbald erheben sich wieder samtige Klanglandschaften voller schmelzender Pling-Plings und perlig-gehallter Klaviersentenzen, dass man nicht länger wissen muss, wie man solche Musik zum Kuckuck denn nun nennt. Vielleicht einfach – schöne Musik.
(Okay: Es handelt sich faktisch um die Musik für den Film »Dís« von Silja Harksdottir, aber das ist nicht wirklich wichtig, sondern nachgelesen.) (frk)
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