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Alle Rezensionen zu Sondre Lerche
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Faces Down
(2002, Virgin/EMI 811020)

Seltsam vertraut erklingt das Debüt des Norwegers. Klar – derart eigenwilliger und Eighties-orientierter Pop erinnert an Beck, die Kinks, Elvis Costello oder Steely Dan. Und an Zuckerwatte-Pop in der Tradition von Brian Wilson, Easy Listening und andere Sixties-Ingredienzien. Da der aus der Bergen-Szene stammende Sondre Lerche aber bei der Aufnahme dieses Debüts gerade mal 19 Jahre alt war, kann er mit der Musik seiner Vorbilder nicht aufgewachsen sein, doch seine Begeisterung für diese Epoche wirkt echt und ehrlich.

Außerdem mogeln sich zwischen die schmissigen Retro-Melodien und fachgerecht arrangierten Streicher immer wieder nicht ganz stilechte und recht hartkantige Noise-Gitarren, die beweisen, dass der schmächtige und frühreife Lerche eben doch ein Kind unserer Zeit ist. Eine große musikalische Zukunft scheint diesem stillen und ganz offensichtlich wandlungsfähigem Eigenbrötler gewiss. (peb)



Siehe auch:
Sondre Lerche & The Faces Down Quartet

Sondre Lerche: Faces Down

Offizielle Website

Offizielle Website      www.sondrelerche.com

   

Phantom Punch
(2007, Labels Germany/EMI 0094636998428)

Kein Gramm Fett klebt den Songs auf den Rippen. Ob mit dreiköpfiger Band live eingespielt und klassisch rockig gehalten, oder mit bedächtiger Schwere behaftet akustisch umgesetzt – Sondre Lerches zweites Album binnen eines Jahres übt sich in Reduktion und Ballaststoffarmut.

Neben dem überwiegend dynamisch-rockigen Blick über den musikalischen Tellerrand seines bisherigen Schaffens gibt es aber natürlich nach wie vor auch jene Songs, für die man Sondre Lerche schon immer mochte: Lieder, die in emotionalen Krisensituationen zum ausgiebigen Selbstmitleid-Suhlen einladen. Der immer noch junge Norweger beweist seine Wandlungsfähigkeit und pflegt Selbstreflexion auf ansprechendem Niveau. Textlich durchaus mit Esprit, musikalisch leider mit einigen Längen. (maw)

   

Two Way Monologue
(2004, Virgin/EMI 598325-2)

Als Minderjähriger musste er sich heimlich aus seinem Kinderzimmer davonschleichen, um unbemerkt von den Eltern in verrauchten Bergenser Musikclubs aufzutreten. Inzwischen bewohnt Sondre Lerche ein eigenes Haus auf der Landzunge Nordnes und macht noch immer nichts anderes als sich im Zimmer einschließen und Songs schreiben.

Sein zweites Album klingt – falls das überhaupt möglich ist – noch erwachsener, selbstverständlicher und entspannter. Durch seine späte Geburt muss er sich die »Standards« der Popgeschichte erst erarbeiten, und er scheint derzeit bei den Beatles und Antonio Carlos Jobim angelangt zu sein, nach eigenem Bekunden auch bei Prefab Sprout und den High Llamas. Heraus kommt dabei warmer, intelligent und liebevoll arrangierter Melancholie-Pop. (peb)



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