|
Flugten Fra Ar 2000
(2005, Jenka Music/VME JENKACD03)
Niemand heißt Karsten Pflum, auch Karsten Pflum nicht. Vielmehr ist Jacob Helverskov Madsen der eigentliche Name des derzeit 24-Jährigen Soundtüftlers, der auch mit seinem zweiten Album so wunderbar zu Dänemarks illustrer Elektroszene passt – die aus welchen Gründen auch immer noch so sehr unterschätzt wird. Dabei findet sich hier eine Klangwelt, die einerseits unterhaltsam akustische Grenzen überschreitet und sich andererseits nicht unter den Beat-Zwang stellen lässt.
Los geht es mit gar himmlisch-kitschigen Melodie-Stückchen, die schon wenige Augenblicke später zerhackt, zerlegt, beklebt und wieder mit Schlagsahne verziert werden. Dazu gibt es hübsche Verhoppler und lupenreines Gekratze, wie einst, wenn man die Nadel beim Plattenspieler zu sehr am Rand absetzte. Außerdem noch grell leuchtende Pianoperlen wie auch dumpfe Bass-Schleifen, die plötzlich auf der Stelle treten und gleich wieder auffrischen – auf dass sich die eben noch in Falten gelegte Stirn aufklart und man nun lustig mit dem Kopf wackelt (und umgekehrt). Der Meister selbst nennt seine Musik »Happy Drill'n'Bass«. Und hat auch damit recht. (frk)
|