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Alle Rezensionen zu Hanne Hukkelberg
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Little Things
(2005, Propeller Recordings PRR02)

Ein kristallklarer Gebirgsbach tastet sich gurgelnd und verspielt ins Tal. Lichtstrahlen brechen sich irisierend auf seiner Oberfläche und scheinen funkensprühend und tänzelnd das kleine Blattschiffchen des Weges zu geleiten, das Kinder behutsam weiter oben ausgesetzt haben.

Es scheint, als habe die 26jährige aus Kongsberg eben diese eine der unzähligen namenlosen Wasseradern Norwegens einer Detailbeobachtung unterzogen. Es klickert wie ein Windspiel in kühlender Brise, sprudelt aufgeregt über Kieselsteinchen und mäandert auch dann und wann in eine neue, noch unbekannte Richtung. Mit sonderbarem Instrumentarium aus Weingläsern, Fahrradspeichen, Glockenspiel, Saxophon, Slidegitarre, Akkordeon und ihrer variablen, dunkel-kristallenen Stimme zeichnet sie Nuancen, vertont den Wasserlauf des Lebens. Ein schmeichelndes Glissando der Behutsamkeit. Gleichzeitig entrückt und übermannt von eigenwillig-verlorenem Charme. Linder Sommerregen setzt ein, perlt und zieht kleine Kreise. Das Schiffchen stiebt glucksend auf und davon. (maw)



Siehe auch:
Motorpsycho


Zu den aktuellen Tourterminen von Hanne Hukkelberg

Hanne Hukkelberg: Little Things

Offizielle Website

Die CD »Little Things« war »CD des Monats« im Monat 7 / 2005.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Hübsch, wenn Sängerinnen nicht in den Schmalztopf greifen, um ihre Stimme unnötigerweise zu verkleistern. Hübsch auch, wenn es häufig Pling-Pling macht und nicht alles so ernst daher kommt – und doch von großem Können getragen wird. Und hübsch erst recht also, wenn man mal wieder eine CD in den Händen hält, die Spaß beim Hören macht und einen dennoch nie unterfordert.
Frank Keil

Oh, eine Bonbon-Box! Ein wenig sehr kindlich-verspielt, dieser Mix aus bunten Sahnedrops in Form von Klappertönen, Karussel-kreiselnden Songs und Hannes mädchenhaft-verträumter Porzellanstimme. So viel Zuckerwerk ist zwar nicht gut für die Zähne, aber wenn ich ein wenig extra Kitsch-Rosa für die Seele brauchen sollte ... irgendwie hat die Mischung was.
Petra von Schenck

Klingt so unschuldig. Ach was. Tut nur so. Spielt gerne mit Versatzstücken, die kleine Hanne. Bedient sich reichlich aus der Wundertüte für Soundtüftler und mixt scheinbar Gegensätzliches aus Jazz und Pop zusammen. Das ist schräg, irgendwie charmant, aber nicht unbedingt neu. Der Schatten von Übermutter Björk steht deutlich im Hintergrund. Was den Spass am Skurillen etwas trübt, aber nicht sehr.
Eva-Maria Vochazer

Gute Entdeckung, Markus. Hanne Hukkelberg klingt wie eine stets neugierige Alice im Wunderland, die sich nie wundert oder gar ärgert über ihre noch so skurrile Umwelt und das, was ihr darin passiert. Das hat Charme und Phantasie und erinnert dabei an eine lebensfrohe Ausgabe von Stina Nordenstam. Bezaubert mich sehr, dieser Spieldosen-Pop zum Immer-wieder-hören.
Peter Bickel

Offizielle Website      www.hannehukkelberg.de

   

Blodd From A Stone
(2009, Nettwerk Records/Soulfood 322852)

Es sind die kleinen, versteckten, unzugänglichen Orte, an denen sich Hanne Hukkelberg auf »BLOOD FROM A STONE« am liebsten aufhält. Die Farbe dieses Albums ist graublau, die Jahreszeit die der ersten Herbststürme. Warm wird es hier nicht. Die Sängerin begibt sich damit aber gleichzeitig mit ihrer neueren, gitarrenbetonten und an Tribalschlagwerk reichen Härte in nächste Nähe zu etablierten Heroen wie Tom Waits oder Kate Bush. Von den eigenwilligen Antipop-Damen der letzten Jahre ganz zu schweigen. Durchaus bevölkert, dieses scheinbar so abgelegene Territorium auf der Weltkarte des Pop!

Hanne Hukkelberg beschwört die kleine Form zur Vermittlung mittelgroßer Gefühle. In ihrem kammerspielartigen Spiel mit den eigentümlichsten Eindrücken unter Einsatz ungewöhnlicher Alltagsinstrumente aber gehen aber zwei Dinge verloren: erstens die Dynamik. Und zweitens die Unterscheidbarkeit der Songs. Die entscheidende Frage lautet: Ist die Konzentration auf das eigene Anderssein wirklich der Königsweg zu einem stimmigen Album? Und die ehrliche Antwort lautet: nicht wirklich. (emv)

   

Rykestrasse 68
(2007, Nettwerk Records/Soulfood 30696-2)

Das Kapitel »Norweger entdecken Berlin« wird nach Madrugada und Erlend Øye fortgeschrieben. Hanne Hukkelberg machte sich aus der urtümlichen Heimat auf ins Metropolengewimmeln. Allerdings ließ sie sich glücklicherweise weder von Hektik, noch vom Krach anstecken. Wenn ihr Debüt noch durchzogen war von abstrakten Tupfern, gerät ihr Spellemanprisen-geehrter Zweitling zu einer eher aquarellverlaufenen Angelegenheit.

Die experimentelle Reduktion ist einer bezaubernden, weil streicherumsäumten Hinwendung zum Song gewichen, in der Hannes Stimme eine bedeutendere Rolle zukommt. Daneben überraschen Harfenklänge und farbliche Sprenkel, die für eine gestiegene Zugänglichkeit plädieren. (maw)

   

Cast Anchor
(EP, 2005, Propeller Recordings PRR01)

Das Portrait einer spannungsgeladenen Ruhe, durchdrungen von einer weltfremden Nostalgie. Aufgrund seiner Fragilität und Verletzlichkeit schützend verpackt und verschnürt, erwarten uns vier Songs voller Intensität und Strahlkraft.

In Norwegen schon 2003 veröffentlicht, gibt es mit »Cast Anchor« und »Ease« die beiden besten Songs ihres Debütalbums und zwei Live-Tracks in superber Soundqualität aus dem Osloer Blå. Somit nur lohnend für Komplettisten, offenbart Hanne ihre Fähigkeit zur Abstraktion. Die ungewöhnlichen Arrangements entstanden dabei in Zusammenarbeit mit Musikern der Jaga Jazzists und Kaada. Kaum zu glauben, dass sie vor Jahren ihre Stimme noch einer Doom-Metalband namens Funeral lieh. (maw)



Siehe auch:
Kaada
Jaga Jazzist



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