|
Tribal Dance
(2006, Stunt/Sunny Moon STUCD 06092)
»TRIBAL DANCE« ist Hans Ulriks erste Quartett-CD unter eigenem Namen und besteht ausschließlich aus des Meisters eigenen Kompositionen. Auf Anleihen musikalischer Folklorewelten verzichtet er hier fast völlig; die Reise geht zurück ins Herz des Modern Jazz. Genauer gesagt atmet die Musik das Flair der Tenorsax-Helden der 60er Jahre – insbesondere Wayne Shorters Platten könnten hier Pate gestanden haben. Freilich vermeidet Ulrik, sich hieran allzu sehr anzulehnen.
Jacob Christoffersen (p), Anders Christiansen (b) und Mikkel Hess (dr) grooven nicht nur exzellent, sondern glänzen auch solistisch. Über allem steht jedoch Hans Ulrik: Gelegentlich mit Sopransax (»Sprinfield« als Opener zeigt gleich, wo es lang geht), meistens mit Tenor spielt er große, mitreißende Melodiebögen voller Vitalität und persönlichem Ausdruck. Alle neun Stücke sind fein strukturierte Kompositionen, wobei »Eggs In A Basket« leicht an Monk erinnert und das Thema von »Big Dreamer« wie ein Zitat von (ja, tatsächlich!) Fleetwood Macs »Don't Stop« wirkt. Hans Ulrik wird immer besser, ach was – er ist ein großer Saxofonist, und vor allem als solcher braucht er Vergleiche mit vielen Tenor-Legenden nicht scheuen. (tjk)
|