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Alle Rezensionen zu Hans Ulrik
(Genre »Jazz«, Land »Dänemark«)

 

Tribal Dance
(2006, Stunt/Sunny Moon STUCD 06092)

»TRIBAL DANCE« ist Hans Ulriks erste Quartett-CD unter eigenem Namen und besteht ausschließlich aus des Meisters eigenen Kompositionen. Auf Anleihen musikalischer Folklorewelten verzichtet er hier fast völlig; die Reise geht zurück ins Herz des Modern Jazz. Genauer gesagt atmet die Musik das Flair der Tenorsax-Helden der 60er Jahre – insbesondere Wayne Shorters Platten könnten hier Pate gestanden haben. Freilich vermeidet Ulrik, sich hieran allzu sehr anzulehnen.

Jacob Christoffersen (p), Anders Christiansen (b) und Mikkel Hess (dr) grooven nicht nur exzellent, sondern glänzen auch solistisch. Über allem steht jedoch Hans Ulrik: Gelegentlich mit Sopransax (»Sprinfield« als Opener zeigt gleich, wo es lang geht), meistens mit Tenor spielt er große, mitreißende Melodiebögen voller Vitalität und persönlichem Ausdruck. Alle neun Stücke sind fein strukturierte Kompositionen, wobei »Eggs In A Basket« leicht an Monk erinnert und das Thema von »Big Dreamer« wie ein Zitat von (ja, tatsächlich!) Fleetwood Macs »Don't Stop« wirkt. Hans Ulrik wird immer besser, ach was – er ist ein großer Saxofonist, und vor allem als solcher braucht er Vergleiche mit vielen Tenor-Legenden nicht scheuen. (tjk)



Siehe auch:
Hans Ulrik's Jazz & Mambo
Fredrik Lundin Overdrive
Marilyn Mazur's Future Song
Hans Ulrik, Steve Swallow, Jonas Johansen

Hans Ulrik: Tribal Dance

Offizielle Website

Offizielle Website      www.hansulrik.dk

   

Blue & Purple
(2005, Stunt/Sundance STUCD 04115)

Hans Ulrik hat sich inzwischen zu einer der großen Stimmen im nordeuropäischen Jazz hervorgespielt. Das liegt an seinem immer eigenständiger werdenden Tenorsax-Ton, aber auch an seinen kompositorischen Fähigkeiten und nicht zuletzt am Geschick, für die jeweiligen Projekte die richtigen Musiker auszuwählen.

»BLUE & PURPLE« ist musikalisch moderner Mainstream ohne große Experimente, wobei Ulriks Kompositionen auch schlichtweg »schön« sind – siehe das Titelstück, das ohne ein einziges Solo auskommt. Solche gibt es von Peter Dahlgren (tb) und Fredrik Lundin, einem weiteren wichtigen Tenoristen: interessant zu vergleichen, wenn beide hintereinander spielen, oder auch miteinander. Auch Jacob Christoffersens E-Piano unterscheidet die CD von ähnlichen Produktionen. (tjk)



Siehe auch:
Ole Matthiessen
Frans Bak

   

Shortcuts
(2000, Stunt STUCD 00032)

1999 hatte Hans Ulrik die Möglichkeit, für seine JAZZPAR-Combo die Musiker auszuwählen, zu seiner Freude gelang ihm eine Allstar-Truppe: Drummer Peter Erskine war nicht nur lange bei Weather Report, Lars Danielsson ist als Bassist und Arrangeur eine feste Größe im europäischen Jazz, und wenn ein Gitarrist die von Dr. Edmund Stoiber entdeckte »Kompetenzkompetenz« hat, dann ist das John Scofield.

Letzterer steuert auch die Hälfte der Stücke bei, die innerhalb einer Woche bei Studiosessions und ein paar Konzerten in Dänemark aufgenommen wurden. So unterschiedlich die Musiker, so unterschiedlich auch die Stücke: »Falling Down« ist eine schöne Ballade von Danielsson, auf Erskines »Bossa« und Ulriks Titelstück ist Sco auf der akustischen Gitarre zu hören – recht selten. Typischer Sco-Funk schließlich »Green Tea«. Aber der endgültige Funke will von der ganzen CD nicht recht überspringen. Woran es liegen könnte? Vielleicht zu viel Allstar-Kompetenz. (tjk)



Siehe auch:
Lars Danielsson



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