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Hometown Hi-Fi
(2004, Hot Igloo HI-005)
Ein alter Mann sitzt allein am Tresen. Sein Körper: vollkommen in sich gesackt. Das Gesicht aufgequollen. Die Augen leblos. Er selbst stumm wie ein Fisch. Tag für Tag kommt er vorbei, seit nunmehr 25 Jahren. Er hat sie alle gekannt. Junge Bands, dynamische, ungestüme erste Gehversuche. Die Illusion des schnellen Rockstar-Lebens, der Ausbruch aus der sonoren Monotonie Tyrnäväs.
Eine Band spielt einst wie heute. Eine Band, die all ihre Energie verloren zu haben scheint und all ihre Ideale. Wie Dead Moon wollten sie sein. Wie Velvet Underground und Johnny Cash. Müde stampfen sie durch triste Americana-Landschaften, tanken mit jeder Flasche billig importierten Wodkas neue Lethargie. Verzerrte Redundanzen, düsterer Blues. Wie oft haben sie schon hier gespielt?
Für einen Moment, als Marikka Inkala die Bühne betritt, durchschweift der hängende Blick mit einem Leuchten den Raum. Und richtet sich letztens doch in Niedergeschlagenheit träge auf die schwere, knarrende Holztür. Der alte Mann wankt trunken heraus. Er muss sich ausruhen. Um für den nächsten Tag neuen Mut zu sammeln. Er schläft unruhig. (maw)
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