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Alle Rezensionen zu Cloroform
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Cracked Wide Open
(2005, KAAA KAAA 010)

Keine Angst. Trotz der breitbeinig machomäßigen Pose auf dem Cover von »CRACKED WIDE OPEN« kommen Cloroform hier nicht als als Ohrstöpsel-zertümmernde Metaller daher. Eher als eine sehr eigenwillige Mischung aus Kiss zu ihren Glanzzeiten, dem Geist von Jim Morrison, einem Echo von Rammstein und jeder Menge roher Energie. Beim Song »Crush« schwenken sie sogar eindeutig ins Pop-Lager über. Aber dann übernehmen das treibende Schlagzeug von Borge Fjordheim und der atemlose Bass von Øyvind Storesund die Regie. Und plötzlich werden sie mit Klaviersolos von Synthie-Mastermind John Erik Kaada wieder richtig lyrisch. Und Storesund hat als Basser von Kaizers Orchestra sowieso Erfahrung mit Grenzüberschreitungen aller Art.

Irgendwann mal hört man auf, nach irgendwelchen Verweisen auf die Requisitenkammer der Rockgeschichte zu suchen, sondern genießt Cloroform in seiner anregenden Widersprüchlichkeit. Grinsend denkt man: »Und auf was kommen sie jetzt als nächstes?« Und wird prompt wieder überrascht, wenn sie zum Schluss noch mal richtig losrocken. Hut ab! (emv)



Siehe auch:
Kaada
Kaizers Orchestra

 Cloroform: Cracked Wide Open

Offizielle Website

Offizielle Website      www.cloroform.com

   

All Scars
(1998, KAAA KAAA3)

Es gibt keine heilige Kuh, die Cloroform nicht aus reiner Freude an der Dekonstruktion schlachten würden. Freejazz. Experimentelle Klangspinnereien. Rock. Elektronische Grenzgängereien. Kirmesklänge. Französische Barmusik. Metallige Ausbrüche. Anarchische Bliepereien. Dass all diese disparaten Elemente, die hier abwechselnd in Form eines veritablen Hexensabbats beschworen werden, auf »ALL SCARS« ein stimmiges, aber sehr beunruhigendes Ganzes ergeben, ist das Letzte, was kulturbourgeoise Hörer erwarten würden. Und dennoch!

Dieses Torkeln zwischen den Stilen, das Cloroform zelebrieren, ist zutiefst beunruhigend. Wenn es nicht so aufregend und herausfordernd wäre! Die Keybkoards von John Erik Kaada sind kämpferische Träumer, der Bass von Øyvind Storesund ist eine disziplinierte Ein-Mann-Armee, die im Alleingang so nebenbei die Weltrevolution auslösen kann. Der unerbittliche Schlagzeuger Bjørge Fjordheim gibt uns den Rest. Bange machen gilt nicht. Gehörig durchgerüttelt werden schon. (emv)



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