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All Scars
(1998, KAAA KAAA3)
Es gibt keine heilige Kuh, die Cloroform nicht aus reiner Freude an der Dekonstruktion schlachten würden. Freejazz. Experimentelle Klangspinnereien. Rock. Elektronische Grenzgängereien. Kirmesklänge. Französische Barmusik. Metallige Ausbrüche. Anarchische Bliepereien. Dass all diese disparaten Elemente, die hier abwechselnd in Form eines veritablen Hexensabbats beschworen werden, auf »ALL SCARS« ein stimmiges, aber sehr beunruhigendes Ganzes ergeben, ist das Letzte, was kulturbourgeoise Hörer erwarten würden. Und dennoch!
Dieses Torkeln zwischen den Stilen, das Cloroform zelebrieren, ist zutiefst beunruhigend. Wenn es nicht so aufregend und herausfordernd wäre! Die Keybkoards von John Erik Kaada sind kämpferische Träumer, der Bass von Øyvind Storesund ist eine disziplinierte Ein-Mann-Armee, die im Alleingang so nebenbei die Weltrevolution auslösen kann. Der unerbittliche Schlagzeuger Bjørge Fjordheim gibt uns den Rest. Bange machen gilt nicht. Gehörig durchgerüttelt werden schon. (emv)
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