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Alle Rezensionen zu Sväng
(Genre »Folk«, Land »Finnland«)

 

Sväng
(2005, Aito/Just Records Babelsberg AICD005)

Vier Gestalten sitzen auf einer Bank, stieren ins Leere und blasen recht ausgefallene Mundharmonikas. Das Quartett Sväng – bestehend aus Eero Turkka, Eero Grundström, Jouko Kyhälä und Pasi Leini – hat es auf diesen für Finnland zwar typischen, nicht jedoch häufig genutzten Instrumenten zu solcher Meisterschaft gebracht, dass man ihren Polkas und Tangos nur ebenso gebannt wie verzückt lauschen kann. Obwohl die meist traditionellen Motive tief in der finnischen Kultur verwurzelt liegen, drängeln sich doch auch beständig slawischer Frohsinn, schwedischer Hambo, Ragtime und – freilich auch das – amerikanischer Blues nach vorne.

Dieses Debüt macht Lust auf mehr und lässt vermuten, dass live bei Sväng die Post abgeht. Denn der vierkehlige Chor aus tiefer Bass-, Akkord- und zwei Sopran-Mundharmonikas (diatonische ebenso wie chromatische Modelle) swingt zauberhaft und spieltechnisch höchst kompetent: ein Hör-Erlebnis der besonderen Art. (peb)



Siehe auch:
Verschiedene: Tervetuloa Kioskiin Vol.3
Kip Peltoniemi

 Sväng: Sväng

Offizielle Website

Offizielle Website      www.svang.fi

   

Schladtzshe!
(2010, Aito/Galileo AICD016)

Immer wieder frappierend, diese Virtuosität, mit der der Mundharmonika-Vierer zu Werke geht. Gleich im Titelstück zeigen sie, wozu sie in höherem Tempo imstande sind. Allerdings steht diese instrumentale Kunst nicht mehr so im Vordergrund wie bisher.

Sväng entpuppen sich eher als Geschichtenerzähler, zu jedem Stück liest man im Booklet Erläuterungen. »Menneet« (die Ge-/Vergangenen) erzählt von alten Briefen, Kindheitserinnerungen und wandelt sich vom traurigen Marsch in einen Walzer. »Tango Tauko« vertont einen jungen Mann, der erstmals und ziemlich schüchtern auf dem Tanzboden steht. Auch mit weniger Tempo können die fast durchweg selbst komponierten Stücke also begeistern. Ach ja: die vier Gestalten sieht man diesmal erst innen, in einem Ballon fliegend. (tjk)

   

Jarruta
(2008, Aito/Just Records Babelsberg AICD013)

Diesmal sitzen die vier Gestalten in einem roten Auto, ansonsten hat sich nicht viel geändert? Von wegen: Eero Turkka, Eero Grundström, Jouko Kyhälä und Pasi Leino legen fast noch eine Schippe drauf in Sachen Virtuosität, Variation und Witz. Womit nach Accordion Tribe endgültig der Beweis erbracht ist, dass vier oder fünf gleichartige ungewöhnliche Instrumente spannende Musik hervorbringen können.

Stilistisch geht es wieder quer durch den Gemüsegarten, von der »Tajukankaan Polkka« über den »Tango De La Abuelita«, der zwar melodisch an »La Paloma« erinnert, dann aber doch in andere Gefilde abweicht, bis zum Gypsy-Swing »Phennela Menge Phurane Kaale«, in dem die Harmonika-Virtuosen das Akkorde-Schrubben der Zigeunerjazz-Gitarristen imitieren. Umwerfend. (tjk)



Siehe auch:
Accordion Tribe



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